blog 0122 - verhältnis zum verhalten

23.12.2014 12:25

verhalten ist allgemein eine eigenschaft der materie,
also auch eisen verhält sich, indem es rostet,
bei entsprechender hitze flüssig wird oder in säure sich auflöst.

unter dem tierschutzaspekt ist aber
nur das verhalten von lebewesen interessant.

in diesem falle ist das verhalten das reagieren
auf körperliche oder seelische reize,
z.b. beim zufügen von schmerzen oder leiden.

sicher ist, dass der mensch viel weniger,
als er glaubt, wirklich handelt,
sondern viel öfter, als er meint,
sich einfach „verhält".

dazwischen gibt es eine mischform,
also ein tun, das ursprünglich
überlegte handlung war,
dann aber durch lange gewohnheit
zum verhalten wurde, wie etwa beim autofahren.

das verhalten ist der zentrale forschungsgegenstand
der ethologie und vermittelt einsichten,
die nötig sind, um tiere artgemäss zu behandeln.

konrad lorenz hat mehrfach beschrieben,
wie tiere sich verhalten, wenn auf bestimmte reize
verschiedene reaktionsweisen möglich sind
oder wenn zwei reize gleichzeitig auftreten
und auf reaktionen drängen,
die sich gegenseitig ausschliessen.
in solchen fällen kann auch tierliches verhalten
merkmale eines abwägenden handelns zeigen.

die tierschutzethische relevanz des verhalten
betrifft unser umgehen mit dem tier,
wir müssen also dem tier die möglichkeit geben,
sich artgemäss zu verhalten,
was insbesondere in der nutztierhaltung,
aber auch bei zoo- und zirkustieren  
und in der haltung von heimtieren
oft zu erheblichen konflikten führt,
weil die interessen des menschen
denen der tiere zuwiderlaufen.

aber auch menschliches verhalten ist ethisch relevant,
weil der mensch infolge seiner fähigkeit
zur bewusstmachung seines verhalten
auch für diesen bereich seines tuns verantwortung trägt.

nicht umsonst verurteilt albert schweitzer
die gedankenlose tierquälerei besonders heftig.
der tierschützer muss sein eigenes verhalten kontrollieren
und das verhalten anderer in seiner arbeit
für den tierschutz beachten.

ohne ständige veränderung der menschlichen
verhaltengewohnheiten kann der tierschutz
seinem ziel nicht näher kommen.

 (gotthart m. teutsch, 1918-2009, tierschutzethik)

 

siehe auch:

www.dieratten.net/news/blog-0113-koharenz/

www.dieratten.net/news/blog-0084-tierbefreiung/

www.dieratten.net/news/blog-0079-na-toll/