blog 0123 - neros zeiten

24.12.2014 08:09

bei keinem tier wirst du finden,
dass es sich gering schätzt
oder auch nur vernachlässigt.
selbst die stummen und dummen tiere,
mögen sie sonst noch so einfältig sein,
haben so viel verstand,
wie sie für ihr leben brauchen.

(seneca, 4 v chr - 65 n chr, röm. philosoph und dichter)

www.dibb.de/seneca-roemische-stoa.php

ich scheue mich auch nicht, dir zu gestehen,
wie sehr ich den pythagoras geliebt habe.
sotion legte mir dar, aus welchem grunde
pythagoras sich des fleisches enthalten hatte
und aus welchem grunde dies später sextius tat.

die gründe der beiden waren verschieden,
in beiden fällen aber waren sie ausdruck hoher gesinnung.

sextius glaubte, dem menschen stände
genügend unblutige nahrung zur verfügung,
und die grausamkeit könne zur gewohnheit werden,
wenn man lebewesen zum vergnügen zerfleischen lasse.

von solchen worten wurde ich gepackt und begann,
mich der fleischnahrung zu enthalten.
schon nach jahresfrist fiel mir diese gewohnheit nicht nur leicht,
sondern war mir sogar angenehm.
ich hatte das gefühl grösserer geistiger beweglichkeit.