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01.02.2015 08:08

das zeitalter, welches wir das goldene benannt haben,
war gesegnet mit den früchten der bäume und mit den kräutern,
welche die erde hervorbringt,
und der mund der menschen wurde nicht mit blut befleckt.

damals bewegten die vögel ihre schwingen sicher in den lüften
und der hase durchstreifte das freie feld ohne furcht.
damals wurde der fisch nicht das arglose opfer des menschen.

jeder ort war ohne verrat;
keine ungerechtigkeit herrschte,
alles war von friede erfüllt.

in späteren zeitaltern schmähte und verachtete ein unheilstifter
diese reine einfache nahrung
und versenkte in seinen gefrässigen wanst speisen,
die von leichnamen herrühren.

damit öffnete er zugleich der schlechtigkeit den weg.

(ovid, 43 vchr-17 nchr)


gutenberg.spiegel.de/autor/ovid-451

 

publius ovidius naso war ein römischer philosoph und dichter

die römischen dichter haben davon geschrieben
und das goldene zeitalter angekündigt:

es beginnt mit der besonderen geburt
eines mysteriösen knaben draussen auf dem lande.
in der neuen zeit leben die menschen auf dem land,
sie treiben ackerbau und viehzucht, hirte sein ist eine ehre.
die natur ernährt die menschen fast von selbst.
die gerechtigkeit ist persönlich anwesend,
eine jungfrau symbolisiert sie,
sie übernimmt die herrschaft.

vor allem aber: es herrscht friede.
nicht nur friede zwischen den menschen,
sondern noch viel mehr friede zwischen den tieren
„wolf und lamm“ fressen gemeinsam stroh.
(vergil)

bei anderen (ovid) kennt das beginnende zeitalter
keine gesetze und keine gesetzeshüter,
keine furcht und keine strafe.
ohne zwang tut jeder das rechte und hält sein wort.
es herrscht völliger friede,
auch zwischen mensch und tier
und alle ernähren sich vegetarisch.

für alle menschen ist ein einfaches leben ausreichend.
und diese idylle ist echt im goldenen zeitalter.

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