blog 0169 - suche nach extremen

01.03.2015 06:14

die katze ist eine anarchische aristokratin
mit gesundem proletarischen elan vital.

sie hat etwas von allen extremen menschlicher ideale in ihrem wesen,
sie hat die natürliche formvollendung,
die uns verloren ging
und die wir in allen unseren extremen wieder suchen.

(axel eggebrecht, 1899-1991)

  

kurt tucholsky – rezensionen:

da ist ein entzückendes kleines buch erschienen,
zu dem man einmal aus ganzem herzen ja sagen kann:
„katzen“ von axel eggebrecht
es ist das höchste kompliment,
das ich dem verfasser machen kann,
wenn ich es ganz nahe an alfred polgar heranrücke.


loomings-jay.blogspot.de/2011/07/axel-eggebrecht.html

 

der schriftsteller und rundfunktredakteur axel eggebrecht
wuchs in gutbürgerlicher umgebung auf
und meldete sich 1917 als kriegsfreiwilliger zur teilnahme am ersten weltkrieg,
wo er schwere verwundungen erlitt, deren nachwirkungen ihn zeitlebens verfolgten.

unentschlossen wechselte er politisch von rechts nach links,
gehörte nach dem krieg zunächst nationalistischen verbänden an
und war von 1920 bis 1925 mitglied der kpd,
hielt sich 1923/1924 zweimal in moskau auf,
kehrte aber vom bolschewismus enttäuscht nach berlin zurück.

1925 begann seine mitarbeit als filmdramaturg und regieassistent bei der ufa
und als filmkritiker beim berliner tageblatt,
ausserdem schrieb eggebrecht als freier schriftsteller in der literarischen welt.
in berlin gehörte er zu den bewohnern der künstlerkolonie berlin.

1933 war eggebrecht für einige monate im kz hainewalde inhaftiert.

nach ende des zweiten weltkrieges, im juni 1945,
holten britische besatzungsoffiziere eggebrecht ins funkhaus
des vormaligen reichssenders hamburg.

so gehörte eggebrecht zu den mitbegründern des nwdr. und war dort abteilungsleiter.

1963 bis 1965 berichtete er über den auschwitz-prozess in frankfurt am main.

er schrieb gedichte, romane, hörspiele, filme und essays, u.a. 1967 „katzen“.