blog 0213 - zum ewigen frieden

04.05.2015 08:07

der mensch sollte den tieren gegenüber güte zeigen,
denn wer grausam zu ihnen ist,
wird den menschen gegenüber ebenso unempfindlich sein.

die martervollen physischen versuche
zum blossen behuf der spekulation,
wenn auch ohne sie der zweck erreicht werden könnte,
sind zu verabscheuen.

die gewaltsame und zugleich grausame behandlung der tiere
ist der pflicht des menschen gegen sich selbst entgegengesetzt,
weil dadurch das mitleid am menschen abgestumpft
und eine der moralität sehr dienliche anlage geschwächt
und nach und nach ausgetilgt wird.

aus kants schrift: „zum ewigen frieden“:
unter allen lebensweisen ist das jagdleben ohne zweifel
der gesitteten verfassung am meisten zuwider;
das noachische blutverbot scheint uranfanglich
nichts anderes als das verbot des jägerlebens gewesen zu sein:

„jedermann aus dem haus israel
oder jeder fremde in eurer mitte,
der irgendwie blut geniesst,
gegen einen solchen werde ich mein angesicht wenden
und ihn aus der mitte seines volkes ausmerzen…“
(3. buch mose, kapitel 17, vers 10)

(immanuel kant, 1724-1804)

de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant

immanuel kant war ein deutscher philosoph der aufklärung.
kant zählt zu den bedeutendsten vertretern der abendländischen philosophie.
sein werk kritik der reinen vernunft kennzeichnet einen wendepunkt
in der philosophiegeschichte und den beginn der modernen philosophie.

immanuel kant formulierte in seiner schrift
„zum ewigen Frieden" aus dem jahre 1795
grundlegende gedanken zu internationalen beziehungen:

  • vorbehaltlose friedensverträge
    als ende jeglicher feindseligkeiten.
  • staaten sind gesellschaftsverträge,
    daher können staaten nicht erworben werden.
  • heere sind aufzulösen,
    da sie eine ursache zum krieg sind.
  • keine ausländische schulden,
    da sie kriege provozieren
    oder staaten abhängig machen können.
  • generell keine politische einmischung in fremde staaten.
  • im kriegsfall ist alles zu unterlassen,
    was schon im frieden zu misstrauen führen würde.