blog 0221 - verstecken

03.06.2015 07:59

wenn das grundgesetz die werte hütet,
die uns die wichtigsten sind,
dann gehört der tierschutz ins grundgesetz.

wir müssen uns nicht
hinter dem schönen wort schöpfung verstecken,
wenn wir darauf bestehen,
tiere vor sinnloser quälerei in schutz zu nehmen.

da, wo unser mitleid aufhört,
hört unsere menschlichkeit auf.

(martin walser, 1927)

schriftsteller, büchner-preis 1981

dass der schriftsteller martin walser seinen 85. geburtstag feiern kann,
verdankt er seinem appenzeller sennenhund bruno.
„ohne hund wäre ich schon lange nicht mehr am leben,
er zwingt mich zum täglichen spaziergang“,
sagte der autor dem literaturmagazin „dogs“.

literaturkritiker werfen dem hund nun vor,
für eine ganze reihe überflüssiger werke verantwortlich zu sein.

das tier habe seine kompetenzen überschritten.

tierschützer bemängeln dagegen das verhalten des schriftstellers.

er hätte den hund niemals dazu zwingen dürfen,
mit ihm zusammenzuarbeiten.
die romanproduktion sei hunden wesensfremd und gegen ihre natur.

radikale hundefreunde wollen sogar anzeige gegen walser erstatten,
weil der anfangsverdacht besteht,
dass der hund die letzten werke walsers mitverfasst,
ja wahrscheinlich sogar alleine geschrieben habe.

daraufhin meldeten sich die literaturkritiker wieder zu wort und erklärten,
für einen hund sei das doch alles ganz hervorragend, geradezu sensationell.

günter grass liess sogar anfragen, ob er sich das tier mal ausleihen dürfe.

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