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brecht

schmerzen
die leiden
der tiere

wird widerstand
zur pflicht

(wj/brecht)

beleidigung

die behauptung,
ein böser mensch
verhalte sich
wie ein tier,
ist eine beleidigung
der tiere.

(heinrich albertz)

chancen

vieles
wird anders sein

wenn wir einmal
unsere grundrechte

so verteidigen

wie heute
die überholspur
der autobahn

(knut becker)

antworten

warum haben sie
fragte der richter
den obdachlosen
das schaufenster
des delikatessenladens
eingeschlagen

da waren
erwiderte dieser
so gute sachen drin
ich konnte mich einfach
nicht sattsehen
daran

(knut becker)

 

25.10.2014 - delifnarium duisburg muss auskunft geben

der duisburger zoo muss tierschützern
tiefere einblicke in die delfinhaltung gewähren.
das entschied gestern das düsseldorfer verwaltungsgericht.

das wal- und delfinschutzforum aus hagen hatte auf einsicht
in die behandlungsdaten der grossen tümmler ab 2000 geklagt.

es wirft dem zoo zu hohe antibiotikagaben und tierquälerei vor.
daten seit 2008 hatte der zoo schon veröffentlicht.

das gericht begründete seine entscheidung formal
mit dem umweltinformationsgesetz,
das keine zeitliche beschränkung vorsehe.

(waz, 18.10.2014)

www.wdsf.eu/index.php/delfinarien-politik-aktuell

17.09.2014 - abschuss streunender katzen wird verboten

rot-grünes kabinett beschließt
neues landesjagdgesetzt nrw
tierschutz findet mehr beachtung

(waz, 17.09.2014)

zusatzinfo waz: waz.de/jagdgesetz

„jäger sind mörder“ - rechtliches

in den 90er jahren hatten die ratten eine deutschlandweite flugblatt- und unterschriften-aktion gestartet unter dem titel "jäger sind mörder".
es wurden über 4000 unterschriften aus allen teilen der bevölkerung gesammelt, allein über infostände verschiedener tierrechtsgruppen in deutschland.

an 13.06.1992 kam es an einem infostand der ratten durch einen "passanten" zu einer anzeige wegen beleidigung: "jäger sind mörder"

am 18.09.1992 hat die staatanwaltschaft duisburg den vorwurf der beleidigung als nicht begründet zurückgewiesen.

"staatsanwaltschaft duisburg - geschäftsnummer 16 Js 963/92

betrifft: ermittlungsverfahren ... wegen beleidigung ...
ihr strafantrag vom 13.06.1992 ...

der von ihnen gegen die beschuldigten erhobene vorwurf der beleidigung ist nicht begründet.

zwar kann die beleidigung einer einzelnen person und angehöriger einer personenmehrheit grundsätzlich auch unter einer kollektivbezeichnung erfolgen. dies allerdings nur dann, wenn eine örtlich und/oder persönlich abgrenzbare gruppe gemeint ist. in ermangelung einer derartig konkreten person - oder sachbezuges scheidet daher eine strafbarkeit wegen des hier fraglichen aufdrucks "jäger sind mörder" aus. der sich angesichts der aufgeführten, nach ansicht der beschuldigten besonders schützenswerten tiere nicht auf bestimmte jäger oder jäger einer bestimmten region beschränkt. darüberhinaus ist zu berücksichtigen, dass das hier fragliche flugblatt offensichtlich einen beitrag zum politischen meinungsstreit über art und umfang des tierschutzes darstellt, so dass unter dem gesichtspunkt der meinungs- und pressefreiheit des artikel 5 des grundgesetzes die aufgestellte behauptung als gerechtfertigt erscheint.

nach alledem habe ich das verfahren eingestellt. hochachtungsvoll staatsanwalt ..."

„pelztiermord“ - rechtliches

die mitstreiterinnen "die ratten" waren in ihrem vorleben meist in tierrechtsvereinen tätig, die als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt waren. die mit der jeweiligen satzung gekoppelte förderungswürdigkeit ist für verschiedene vereine sicher unabdingbar, sofern man auf finanzielle unterstützung angewiesen ist. sie kann für mitstreiterinnen des vereins allerdings auch zu einer einschränkung des betätigungsfeldes führen.

zu beginn der 90er jahre fanden wir in diesen einschränkungen den eigentlichen grund, gedanken über die gründung einer alternative zu schmieden. und so kam es im januar/februar 1991 zur gründung einer solchen: "die ratten - alternativer tierschutz".

irgendwann hätte es diese bewegung innerhalb der tierrechtsszene sowieso gegeben, es war damals einfach an der zeit, vielen brannte es unter den nägeln. allerdings hätten sich die ratten für diesen schritt möglicherweise mehr zeit genommen - genug zu tun gab es allemal in den etablierten vereinen.

doch ausgerechnet ein verein, dem u.a. jäger und angler angehören, nämlich der "verein deutscher naturnutzer e.v.", provozierte uns regelrecht zur schnellen gründung der besagten alternative, provozierte uns ebenso, über die spätere aussage "jäger sind mörder" nachzudenken.

und das kam so: einige gründungsmitglieder der ratten waren zuvor aktiv in der essener "bürgerinitiative gegen pelztiermord e.v. - als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt". eines tages meldete sich ein uns unbekannter verein zu wort, erstattete anzeige gegen die bi pelztiermord wegen beleidigung, allein bezogen auf die verwendung des begriffs "pelztiermord".

selbst in der frühzeit der tierrechtsbewegung hat uns dieses vorgehen überrascht: wer fühlt sich bei "pelztiermord" beleidigt, etwa das "pelztier"? beleidigt umkehrt also der begriff "naturnutzer" die natur? letztere aussage würden teile dieser gesellschaft für übertrieben halten, umgekehrt hielten wir die begründung für die beleidigungsklage der "naturnutzer" für absolut fadenscheinig, die da sinngemäß lautete: den begriff mord gäbe es im strafrecht nur im zusammenhang mit menschen, nicht hingegen mit (pelz)tieren, darum könne es keinen mord an tieren geben.

randbemerkung 1: nicht zuletzt deshalb stehen die ratten von anbeginn hinter ihrer kernaussage: rassismus beginnt, wenn mensch denkt, es sind ja nur tiere.

weiter zum thema: es hat ein gerichtsverfahren gegeben. das amtsgericht essen-steele verkündete am 11.10.1990 den beschluss:

"... das gericht kann hier nicht über ein verbot der pelztiertötung als solche befinden, dieses ist allein aufgabe des gesetzgebers. es ist hier lediglich zu entscheiden, ob im zusammenhang mit der tötung von pelztieren von mord gesprochen werden kann. insofern muss man in anbetracht der auch im fernsehen gezeigten bilder über das töten von robben, in denen wahllos mit hacken auf junge und erwachsene tiere eingeschlagen wird, in der tat von mord im sprachlichen gebrauch sprechen ..."

die beleidigungsklage "pelztiermord", erhoben durch mutmaßliche jäger, wurde somit zum eigentor für jäger. hätte es diese absurde klage nie gegeben, die ratten wären bei dem slogan "jagd ist mord" geblieben. doch wer provoziert, muss mit gegenwind rechnen, tucholsky bestärkte uns: "jäger sind mörder"

randbemerkung 2: die ratten sind selbstredend überzeugte anhängerinnen und mitstreiterinnen der feministischen bewegung: personenkreise wie "mitstreiter" wandeln wir schlicht zu "mitstreiterinnen", großes i unnötig.

doch es gibt ausnahmen: "jäger" werten wir ganz bestimmt nicht zu "jägerinnen" auf, selbst von "jäger und jägerinnen" zu sprechen, ist für uns inakzeptabel. undenkbar klotzköpfig also der slogan: "jägerinnen und jäger sind mörderinnen und mörder".

nach unserem selbstverständnis würden wir damit das hart erkämpfte ziel der feministischen bewegung konterkarieren, ganz abgesehen davon, dass das sicher in sexistisch zerlöcherten hirnen der HERRschaft zu lachern führen würde ("bückstück").